Unsere Gemeinde

Evangelische Kirchengemeinde Spaichingen

  In die ehemals ganz katholische Stadt Spaichingen kamen erst 1806 württembergische Beamte evangelischen Bekenntnisses. 1905 wurde unter Pfarrer Eugen Kappus die Evangelische Kirche gebaut, u.a.mit finanzieller Unterstützung des Diasporawerkes (Gustav-Adolf-Werk).

Die in romanischer Form gebaute Kirche mit ihrem über 25m hohen Turm wurde schonend restauriert und 1963 grundsätzlich neu gestaltet, durch eine Vergrößerung der Empore und dem Einbau einer Bildwand hinter dem Altar durch Prof. Rudolf Yelin aus Stuttgart. Auf der Chorwand war der Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen zu sehen, sowie das neue Jerusalem und Christus als Erlöser und Weltvollender in der Mandorla.

Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen wuchs die Evangelische Kirchengemeinde nach dem Krieg stark an, so dass Spaichingen mit Pfarrer Gerhard Gut 1955 den ersten eigenen evangelischen Pfarrer bekam. Bis dahin gehörte die Gemeinde zu Hausen o.V. 1979 wurde - ermöglicht durch ein Konjunkturförderungsprogramm des Landes - das Martin-Luther-Haus am Marktplatz erbaut. Da dieses Haus sehr stark von Gruppen und Kreisen benützt wird, auch immer wieder an Gruppen von außerhalb der Gemeinde vermietet wird, war eine Renovierung nach 35 Jahren dringend notwendig. Ende 2012 bis Sommer 2013 wurde das Gemeindehaus grundlegend saniert, die Dächer neu isoliert, neue wärmeisolierende Fenster eingebaut, Fluchttüren geschaffen, in den Sälen eine neue Beleuchtung angebracht, eine neue, zeitgemäße und praktische Küche eingebaut, die Sanitäranlagen erneuert, der Eingangsbereich neu gestaltet und weitere Verschönerungsarbeiten vorgenommen, auch im Untergeschoss. Die bisherige Wohnung im Obergeschoss wurde in zwei Büroräume für die Kirchenpflege und das Diakonat umgewandelt, des Weiteren entstand ein großer Sitzungsraum.

Der - inzwischen dreiklassige - Evangelische Kindergarten wurde 1967 eingeweiht und ist zwischenzeitlich grundlegend saniert worden, zuletzt wurde das ganze Gebäude energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Für das Jahr 2016 ist eine Neugestaltung des Gartens vorgesehen.

Weitere Zuzüge ließen die Gemeinde bis auf aktuell über 2900 Evangelische anwachsen. Ein buntes und manchmal multikulturelles Gemeindeleben ist heute anzutreffen. Die ökumenischen Gemeinsamkeiten sind in den letzten Jahren stark vorangekommen (Gottesdienste, Schülergottesdienste, Erwachsenenbildungsveranstaltungen, Bußtagsaktionen und vieles mehr). Daneben wurde 2010 zum ersten Mal ein gemeinsames ökumenisches Gemeindefest gefeiert, 2015 dann zum zweiten Mal. Hauptamtlich sind für die Gemeinde zur Zeit Pfarrer Johannes Thiemann und die Gemeindediakonin Gritli Lücking tätig.

Von Juli 2004 bis zur Wiedereinweihung am 2. Advent 2004 wurde die Evangelische Kirche mit großer Eigenleistung (über 2100 Stunden) unter Federführung von Architekt Joachim Bühler und Bauleiter Adolf Eppinger innen saniert. Die 1963 zugemauerten Fenster im Chorraum wurden wieder freigelegt, der Bogen im Altarraum wurde wieder eingefügt. Statt der sperrigen Kanzel wächst nun ein schlanker Ambo aus den auf die ursprüngliche Höhe zurückgeführten Altarstufen. Die bisher als Abstellraum gebrauchte "Seitenkapelle" wurde zum Meditationsraum gestaltet mit einem Brunnen, der ebenso gespendet wurde, der nun wieder entfernt wurde, da sein „Plätschern“ während der Gottesdienste störte. Auch der Versuch einer „offenen Kirche“ wurde abgebrochen, da mehrfach der Kirchenraum beschädigt wurde. Des Weiteren wurde ein buntes Seitenfenster, das gespendet wurde, im Altarraum eingebaut, auch eine neue Altarbibel angeschafft. Der helle Anstrich und die neuen Lampen machen die Kirche freundlich und weit. Das Geländer an der Empore musste aus Sicherheitsgründen erneuert werden und ist jetzt leicht und transparent. Außerdem wurde eine neue Lautsprecheranlage eingebaut und auch die Sakristei mit anschließendem WC saniert. 2013 musste dann wegen loser Ziegel das Dach repariert werden. Die Fenster im Eingangsbereich und im Chorraum erhielten eine Doppelverglasung, da es immer wieder hereinregnete.

Durch eine Vielzahl an verschiedenen Gruppen und Angeboten ist die Gemeinde sehr lebendig und bunt aufgestellt. Neben Kleinkindern, über Jugendliche, junge Erwachsene bis hin ins Alter findet jeder seinen Platz in der Gemeinde. Neben einer guten Kinder- und Jugendarbeit gibt es noch einen Kulturarbeitskreis, der sich um vier bis fünf kulturelle Veranstaltungen im Jahr bemüht, einen Redaktionskreis, der den viermal im Jahr erscheinenden Gemeindebrief verantwortet und eine Malwerkstatt. Eine ökumenische Kleiderkammer ist im Bereich der Diakonie tätig und stellt ein gutes Angebot für die dar, die sich nicht die teuersten Kleider leisten können. Neben der Kirche ist auch ein Kleidercontainer aufgestellt, der hilft, Langzeitarbeitslosen wieder eine Arbeit zu verschaffen. Aktuell werden Überlegungen angestellt, eine „Begegnungsstätte“ in Spaichingen ins Leben zu rufen. Aus all diesen Aktivitäten ist zu ersehen, dass sich die Gemeinde als eine offene, einladende und liberale Gemeinde versteht, der Gottes Wort und Botschaft Auftrag ist. Auch befindet sie sich in der glücklichen Lage, dass sie gegen den landeskirchlichen Trend steht, auch im Kirchenbezirk, und immer noch am Wachsen ist.